Hier findet ihr nach jedem Besuch eines Schönlings ein paar Eindrücke und jeweils ein Foto.


Inja, 12. September 2015

Lisa über den Besuch bei Inja:
Unser erster Besuch: Aufregung, Freude, Nervosität, Neugier! Ein bisschen was von allem. Münster Innenstadt, letzter Stock und drei freundliche Gesichter, die uns entgegen blicken, als wir die Treppen zur Wohnung hochstapfen. „Als würden wir uns schon lange kennen!“, denke ich, während wir herzlich von Inja, Stefanie und Jari empfangen werden und dann bei dampfendem Kaffee um einen Holztisch in einem gemütlichen Wohnzimmer sitzen und quatschen. Ingrid und Inja kennen sich von früher, nach langer Zeit heute ein freudiges Wiedersehen. Es ist urgemütlich und irgendwie auch sehr intim hier zu fünft zu sitzen. Ich stelle meinen „Schönlinge“- Fragebogen, nehme Inja dabei auf und es kullern Tränen als sie mir antwortet: Echt, ehrlich und stark. Ich bin zutiefst berührt von ihrer (Herzens-) Schönheit und Weisheit. Ingrid macht erst von Inja alleine Fotos, danach mit ihrem Sohn Jari und ihrer Partnerin Stefanie zusammen. Ich fotografiere dabei Ingrid, wie sie Fotos macht. Es ist total entspannt und gleichzeitig höchstkonzentriert, aber auch lustig; wir lachen viel. Ich zeige Inja wie man Turbane bindet, ein Selfie für die Ermöglicher*innen wird geschossen. Ingrid in der Mitte :) Ein Geschenk dieser Vormittag bei Inja.

Inja über den Besuch von Ingrid und Lisa:
„Liebe Lisa, ich war sehr erfreut über euren Besuch und es hat mir sehr viel Spaß und Freude gemacht mit euch zu reden. Das Fotoshooting selbst war recht amüsant; es fühlte sich vertraut und gut an. Es war sehr interessant, rührselig, witzig, spannend und freudig für mich und es wirkt immer noch nach. Vielen herzlichen Dank dafür! Daher freue ich mich noch umso mehr, dass ihr mich noch aufgenommen habt in euer Projekt und bin wirklich total gespannt über den weiteren Verlauf und natürlich auf das Ergebnis! Lisa, schön, dass ich dich kennengelernt habe! Ich finde dich sehr ausdrucksstark und du hast die Gabe sehr witzig zu erzählen. Das hat mir sehr gefallen. Ich glaube, du bist ein Mensch, mit dem ich viel lachen und weinen könnte! Und ich weiß jetzt endlich mal wie ich diese großen Tücher wickeln kann ;) In dem Sinne vielen lieben Dank, dass ihr da gewesen seid! Herzliche Grüße, Inja“

inja


Maren, 12. September 2015

Lisa über den Besuch bei Maren:
„Home is, where your story begins!“ steht bei Maren an der Wand, wenn man zur Tür reinkommt. Und die Geschichte von den Schönlingen und Maren beginnt an diesem Samstagnachmittag. Eine kleine Zwergin begrüßt uns lachend im Hof mit Puppenwagen, während sie diesen unter einem Riesentrampolin herschiebt. Kurze Zeit später Maren, unser 2.Schönling. Ein großes Haus – genug Platz für Familie und einen großen Esszimmertisch an dem Marens Mama, später auch Marens Mann Tim, Nicole vom WDR, Ingrid und ich Platz nehmen. Juli, die kleine Zwergin, flitzt durch’s Wohnzimmer, krabbelt auf die diversen vorhandenen Schöße, schnappt sich ein paar Kekse und entertaint mit ihrem umwerfenden Charme das ganze Untergeschoss. Maren strahlt Gelassenheit aus und Ruhe. Sie lässt sich scheinbar von nichts aus dem Konzept bringen- weder von Juli, noch von Nicoles Mikrofon oder der Tatsache, dass ihr alle Haare ausgefallen sind. Ihre Antworten – klar und mit bestechendem Optimismus. Ingrid schnappt sich die Kamera, während Maren mit Juli durch Wohnzimmer und Garten turnt. Es entstehen tolle Bilder von den beiden, es ist schön Mutter und Tochter so in Aktion zu sehen.

Maren über den Besuch von Ingrid und Lisa:
„Hallo liebe Lisa und liebe Ingrid, am 12.09 wart ihr zu Gast bei mir zuhause. Ich habe mich sehr auf diesen Termin gefreut. Allerdings war ich auch ein wenig angespannt und aufgeregt, denn es kam auch noch Nicole vom WDR Rundfunk vorbei, um ein paar O-Töne von unserem Interview zu sammeln. Für mich persönlich war es schön sich nach Langem mal wieder mit einer betroffenen Person auszutauschen (das schreit auf jeden Fall nach Wiederholung evtl. mit weiteren Betroffenen aus Münster). Aus unserem Gespräch nehme ich mit, dass es bestimmte Situationen im Leben eines Alopecia Areata Patienten gibt, die auch andere Betroffene kennen. Sei es das extreme Hinterherschauen von Personen auf der Straße oder die wundervollen Sprüche von unseren kleinen ehrlichen Erdenbürgern (z.B. „Bist du ein Mann oder eine Frau oder warum wachsen dir keine Haar mehr?“). Bei dem Shooting konnte ich mich sehr schnell fallen und mich auf Ingrid einlassen. Es war ein schönes Gefühl für mich, in diesem Augenblick positiv im Mittelpunkt zu stehen. Mir wurde noch einmal klar, dass wir Betroffenen doch irgendwie Glück haben, denn wir erleben eine besondere Situation, die nicht jeder erlebt. Und wir sind nicht totkrank. Allerdings ist mein größter Wunsch  immer noch, meine wundervollen Haaren wieder zu bekommen, die ich mir jeden Morgen so frisieren kann, wie ich es möchte. Mit freundlichem Gruß, Maren“.

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Angelika, 13. September 2015

Lisa über den Besuch bei Angelika:
Unser erster „Auswärtstermin“. In der roten Flitzekarre mit freundlicher Leihgabe der Familie Zabel, verbringen wir eine Stunde auf der Autobahn, wo wir den gestrigen Tag Revue passieren lassen und uns gleichzeitig auf den Besuch bei unserem 3.Schönling vorbereiten. Auch ohne Navi finden wir den Weg zu Angelika mit ein wenig Verspätung. Das Auto steht keine Minute, als sofort ein lilabemützter Kopf aus der Haustür schaut und uns lachend begrüßt. Eine wunderschöne, große, herzliche Frau, die uns in die Küche bugsiert und vor einem riesigen Kuchenbüffet parkt, gedeckt wie für zwei Prinzessinnen. Frank, der in puncto „herzliche Begrüßung“ seiner Frau in Nichts nachsteht, versorgt uns mit frischem Kaffee. Wieder ganz anders und wieder ganz intensiv das Gespräch mit den Beiden. Mein „Schönlinge“- Fragebogen auch dieses Mal voller Ehrlichkeit beantwortet. Ich spüre Aufregung und Freude als uns Angelika durch’s Haus führt, ein Zimmer gemütlicher als das andere; auf dem großen Bett liegen acht verschiedene Outfits bereit. Ingrid ist sofort Feuer und Flamme und ihre strahlenden Augen lassen viele Ideen vermuten. Die beiden verschwinden dann, während ich mit Frank in der Küche bei einem weiteren Kaffee über Gott und die Welt rede. Es ist schön zu sehen, wie er zu seiner Frau steht, sie liebt und ihr den Rücken stärkt. Das drückt sich auch auf den Fotos aus, die Ingrid dann von den beiden macht. Mich bewegt auch die Art, wie behutsam Ingrid diese Momente einfängt; geduldig auf sie wartet. Angelika sprüht vor Freude und Begeisterung. Ich freue mich aus ganzem Herzen über diesen tollen 3. Besuch bei den Schönlingen.

Angelika über den Besuch von Ingrid und Lisa:
„Hallo Lisa und Ingrid, ich denke gerne an Sonntag zurück. Als ihr beide vor der Tür standet, kam es mir so vor, als würde ich euch schon ewig kennen. Ja, genau das ist es! Die Alopezia ist schon blöd genug, aber ich hätte ohne sie, nie so viele nette Menschen kennengelernt. Meine Aufregung war schon sehr groß, diese war aber sofort verflogen als wir beim Kaffee geplaudert haben. Durch eure Empathie verflogen alle meine Ängste ruck-zuck. Puh, wie beschreibe ich das Gefühl mit Ingrid beim Fotografieren? Sie hat das Weibliche aus mir herausgeholt, mein Ego gestreichelt. Dadurch hatte ich so ein Gefühl von Stolz. Ja, so ist es! Ich war stolz, solch‘ einen Mut zu haben. Danke Dir, Ingrid. Bin auch auf die Fotos gespannt. Fühlt euch beide gedrückt! Mit lieben Grüßen auch von Frank, Angelika“

angelikah


Michelle, 08. Oktober 2015

Lisa über den Besuch bei Michelle:
Ich fahre auf der Leeze an einem grauen Münsteraner Regentag quer durch die Stadt zu den Kochs! An der Einfahrt begrüßt uns das größte Kochsche Familienmitglied- Balu, ein riiiesiger Schmusehund. Es sind Herbstferien und so machen wir nicht nur die Bekanntschaft mit Balu und Michelle, sondern auch Mama Koch und Papa Koch, Michelles Zwillingsschwester Pia und großer Schwester Lea. Im Wohnzimmer ist es urgemütlich und warm und der Tisch biegt sich unter den Sckokomuffins und Brownies. Michelle ist einfach lässig, was anderes fällt mir gar nicht ein. Erstens hat sie eine coole Familie und zweitens kein Problem mit ihrer Glatze. „Ich finde mich ohne Haare sogar schöner!“ Wahnsinn! Das finde ich wirklich beeindruckend. Tatsache- sie ist ein wunderschönes Mädchen mit einem tollen Humor. Während Ingrid und Michelle im Haus Fotos machen, schmuse ich ausgiebig mit Balu auf dem Wohnzimmerteppich und schnacke mit den restlichen Kochs. Ich finde es einfach unfassbar toll, dass uns praktisch „fremde“ Menschen nun schon zum 4. Mal so gastfreundlich, offen und herzlich empfangen und ich mich immer innerhalb weniger Augenblicke wie eine alte Bekannte oder eine liebgewonnene Gastschwerster fühlen darf :°).

Michelle über den Besuch von Ingrid und Lisa:
„Liebe Lisa und Ingrid, ich war sehr gespannt auf euren Besuch und habe mich sehr gefreut, jemanden zu treffen, der auch von kreisrunden Haarausfall betroffen ist. Ihr wurdet herzlich von meinem Hund, meiner Familie und mir in Empfang genommen und anschließend haben wir uns beim Kaffee und Kuchen über alles Mögliche unterhalten, wobei ich festgestellt habe, dass wir den gleichen Humor haben und wir über unsere nicht vorhandenen Haare Witze machen können. Nach deinen Fragen haben Ingrid und ich erstmal alleine Fotos gemacht und wir haben viel gelacht. Auch bei den Fotos mit meiner Schwester und meinem Hund hatte ich sehr viel Spaß :-) An den Tag werde ich mich gerne zurück erinnern und freue mich euch kennengelernt zu haben!“

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Angelika, 11. Oktober 2015

Lisa über den Besuch bei Angelika:
Heimspiel. Wir fahren von Münster in meine Wahlheimat, mit dem roten Zabelflitzer, an einem wunderschönen Herbstsonntag. Ingrid und ich haben viel Zeit „für uns“, Zeit über die ersten Besuchen und Orga zu sprechen, aber auch über viel Privates ;) Und während ich durch den Sonnenschein auf der A1 nach Köln cruise, bin ich einfach nur happy, diesen tollen Menschen an meiner Seite in diesem Projekt zu haben. Schönlinge wäre eben einfach nicht Schönlinge ohne Ingrid. Station 6: Köln Mühlheim und unsere bisher weitestes Ziel. „Nach oben“, ruft eine Frauenstimme, als wir klingeln und die steilen Treppen in den 2.Stock stapfen. In der Tür steht eine große, lachende Frau – Angelika. „Wow! Ist die aber schön!“, denke ich als erstes. Ihr Köpfchen schwarz weiß gescheckt und „samt-borstig“, wie sie selber nachher sagt. „Ach, komm mal her!“ sagt sie, als ich mich vorstelle und drückt mich wie eine alte Freundin. Emsig wie eine Biene wuselt sie durch die schicke Junggesellenwohnung ihres Bruders, der gerade arbeiten ist, deckt den Kaffeetisch und löchert uns mit Fragen: „Erzählt mal was von euch? Was macht ihr? Wie ist es zu dem Projekt gekommen?“. Wir verbringen einen richtig witzigen „Mädelsnachmittag“- mit viel Kuchen, wie soll es anders sein ;). Nach den Besuchen können wir nicht nur eine Wanderausstellung zeigen, sondern auch ein Backbuch über die besten deutschen Kuchenrezepte :) Wir schnacken, kichern, lachen und erzählen stundenlang über Kasachstan, Familie, Freunde, Männer, die Arbeit und schrille Situationen im Umgang mit der Glatze. Angelika ist unheimlich offen und lustig. Sie ist definitiv eine Person für einen Besuch in Kölner Cafés, oder zwei, drei, vier…

Angelika über den Besuch von Ingrid und Lisa:
„Liebe Lisa, liebe Ingrid, ich denke sehr gerne an euren Besuch zurück! Schon Wochen zuvor war ich so aufgeregt und gespannt auf unser kennenlernen. Sonntagnachmittag war es so weit: zwei Grazien kamen mit einem herzlichen Lächeln die Treppe hinauf. Pure Sympathie! Ich fühlte mich auf Anhieb wohl, akzeptiert und verstanden und das ohne lästigen Mopp auf dem Kopf :) Es wird gelacht, geplaudert gefragt. Lisas lustige, empathische und vor allem charmante Art ein Interview zu führen ist einfach nur goldig. Meine Nervosität fiel allmählich von mir ab. Für mich war es mein erstes „Shooting“ überhaupt, aber ich glaube genau so muss und hat es zu sein. Eine lockere Atmosphäre, Ingrid, eine flippige, gut gelaunte und herzliche Fotografin, die mit ihrer Kreativität jede Weiblichkeit und Freude mit der Kamera einfängt und dabei hat sie stets ein warmes Lächeln auf den Lippen. Danke dafür, liebe Ingrid! Ein schöner Tag mit zwei tollen und weltoffenen Frauen, die all‘ das möglich gemacht haben. Lieben Dank für euren Besuch und diese tolle Erfahrung.“

angelika


Michaela, 12. Oktober 2015

Lisa über den Besuch bei Michaela:
Das Navigationssystem lotst uns eine Stunde Richtung Mönchen-Gladbach über Stock und über Stein zu unserem 7. Schönling. Ein weiterer sonniger Herbsttag, wenn es wieder heißt „Haalck und Hagenhenrich (HaHa) – das Roadmovie“ Es wird immer ländlicher und irgendwann entschließt sich das Navi kein Signal mehr zu empfangen. Wir telefonieren kurz mit Michaela und sind nur wenige Meter entfernt. Michaela steht schon winkend in der Tür. Wieder werden uns Haus und Herz geöffnet. Melina, Michaelas jüngste Tochter kommt dazu und bereichert die kleine Runde um den Wohnzimmertisch. Wenn ich nur drei Worte wählen dürfte um Michaela zu beschreiben, dann wären es Ehrlichkeit, Mut und Herzlichkeit. Ich würde mich getröstet fühlen von Michaelas Worte. Ihre Antworten auf meinen Schönlinge Fragebogen sind berührend ehrlich und gehören in den nächsten Ratgeber gedruckt. Es ist schön zu sehen, wie ihre anfängliche Nervosität allmählich einem Wohlgefühl weicht und ich als Außenstehende beobachten kann, wie sie das Fotografieren mit Ingrid mehr und mehr genießt. Wir verbringen Stunden mit den beiden, machen einen schönen Herbstspaziergang mit Luna, der bulgarischen Flitzehündin, genießen die Sonne, tauschen uns aus, lernen Oma Ramrath kennen und werden zum Mittagessen eingeladen. Wir kochen und essen noch zusammen und machen uns dann auf den Weg zum 8. Besuch. Danke, Michaela, Du hast mich sehr bewegt heute!

Michaela über den Besuch von Ingrid und Lisa:
„Liebe Lisa, liebe Ingrid, ich bin schon am Abend zu vor fast wahnsinnig geworden vor Nervosität – das ist gar nicht meine Art normalerweise. Aber bei diesem Thema geht es ans Eingemachte. Als ihr endlich angekommen ward, löste sich alle Anspannung in Luft auf. Lisa mit ihrem inneren Leuchten brachte eine Stimmung ins Haus, als wären liebe Freunde mal wieder zu Besuch. Die Zeit verging wie im Flug und es tat so gut, sich mit jemandem austauschen zu können, der wirklich nachempfinden kann wie es ist, mit dieser Erkrankung zu leben. Ingrid bringt einen beim Fotografieren von ganz alleine zum Lächeln, liebevoll und vorsichtig. Ich bin Dir unendlich dankbar für die Möglichkeit dieses Treffens und ich kann es kaum erwarten die Fotos zu sehen. Liebe Grüsse Michaela Ramrath“

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Kristina, 12. Oktober 2015

Lisa über den Besuch bei Kristina:
Unser zweiter Besuch an diesem Tag führt uns zurück in die Nähe meines Studienortes, in die Stadt eines großen Fußballvereins und Pharmakonzerns ;) Ingrid und ich lernen richtig was kennen auf unserer Tour :D Wir müssen erst einmal die Stadt umrunden, weil Kristinas Straße fast komplett einer Baustelle gleicht. Dann kommen wir endlich bei ihr an. Eine hübsche, geräumige Wohnung und dampfender Kaffee- was will man mehr. Viel passiert ist bei Kristina und so reden wir auf einem flauschigen Teppich sitzend erstmal über die Ereignisse der vergangenen Wochen. Die beiden süßen Mäuse, die uns von großen Leinwänden an der Wand entgegen lachen sind gerade mit Papa im Urlaub. Kristina ist sehr medienaffin und hat viele Ideen für die Bilder. Ingrid und Kristina amüsieren sich prächtig, während ich im Kinderzimmer die letzten Besuche Revue passieren lasse. Drei Besuche an zwei Tagen- ich bin voller Eindrücke und Emotionen, zutiefst bewegt und dankbar. Mit der besten Fotografin im Gepäck fahren wir nach 2 Stunden wieder Richtung Münster.

Kristina über den Besuch von Ingrid und Lisa:
Nun ist schon einige Zeit vergangen, seitdem ihr bei mir gewesen seid. Lange habe ich auf dieses Date mit Ingrid und Dir, liebe Lisa gewartet. Am  12.10.war es endlich soweit. Ich war sehr froh, endlich eine Stimme und ein Gesicht zu Dir und Ingrid zu haben.  Die Stimmung hätte nicht besser sein können. Erst haben wir (allesamt latent koffeinabhängig… ) ganz in Ruhe Kaffee getrunken und viel gequatscht über Gott, die Welt und natürlich über Haare. Du hast mir Deinen Fragebogen gestellt und sehr gerne habe ich Dir Rede und Antwort gestanden. Dann endlich das Shooting! Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Es war sehr entspannt, sehr locker und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Ich bin total gespannt, was Ingrid da für Bilder eingefangen hat, bin aber sicher, sie werden großartig! Ich danke Euch sehr für diese tolle Erfahrung, wünsche Euch weiterhin ganz viel Freude mit den anderen Schönlingen und freue mich schon jetzt, die Ergebnisse aller ganz bald anschauen zu können. Liebste Grüße aus dem schönen Rheinland, Kristina.

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Verena, 18. Oktober 2015

Lisa über den Besuch bei Verena:
Ich nehme gerne schon Mal den falschen Zug, wenn ich meinen Gedanken nach hänge und bin dadurch fast eine Stunde länger unterwegs als gedacht. Verena, Norbert und Ingrid nehmen es mit Gelassenheit ;) In Recklinghausen begrüßt mich gefühlt eine „alte Freundin“ und ich fühle mich sofort wohl, während wir noch auf Ingrid warten, die aus Münster anreist. Urige Gemütlichkeit und ein heimeliges zu Hause mit Filzengeln, einer selbstgebastelten Lampe aus Birkenstöckern, Kinderspielzeig und einem Kasperletheater erwartet uns dieses Mal, neben frischgebackenem Apfelkuchen mit Äpfeln aus hauseigener Ernte, Schokotarte und dampfender Kaffee vor unserer Nase und einer ganz aufgeregten Verena ;). Die Gesprächsthemen reichen von B, wie Berufungen, über K wie Kinder bis hin zu Z wie Zweifel. Verena berührt mich. Ich mag ihre Art, wie sie erzählt und was sie erzählt. Besonders schön ist, Norbert und sie zu sehen, wie liebevoll und frischverliebt die beiden miteinander umgehen. Sehr einmalig wird dieses Shooting, weil auch Norbert von AA betroffen ist. Lautes Lachen dringt aus dem Wohnzimmer als Ingrid sich ans Fotografieren macht, ich bewundere derweil die ganzen Fotos von Jonas und Jana, Verenas beiden Kindern und die ganzen selbstgebastelten kleinen Dinge überall. Verena ist unheimlich lieb und schon richtig weise, finde ich ;) Wir umarmen uns alle ganz viel beim Abschied- das ist, glaube ich, ein ganz gutes Zeichen ;)!

Verena über den Besuch von Ingrid und Lisa:
„Hallo Lisa, hallo Ingrid, zum Zeitpunkt als ich mich zu dem geplanten Projekt gemeldet hatte, habe ich mir fast täglich den letzten Rest meiner Haare abrasiert. Ich war das ständige Auf und ab, das Kommen und Gehen gewohnt. Plötzlich fingen sie jedoch wieder an zu wachsen. Ursprünglich dachte ich an tolle Bilder „oben ohne“, als Teil meiner ständig andauernden Frage: Wer bin denn ich?! Nun aber stand ich da; mit wachsenden Haar und frisch verliebt. Dann endlich das lang ersehnte Treffen! Was zieh ich an? Wie seh ich aus? Was sag ich nur? Es wurde meine erste Föhnfrisur seit langem, mein lumpig alter Lieblingspulli, ein Haufen Nervosität, begleitet und unterstützt durch Norbert an meiner Seite. Gerade am Bahnhof angekommen, strahlten mich direkt zwei wunderschöne Augen an. Kein Gefühl von „Fremde“. Farbenfroh und liebenswert!!! Und Ingrid, Du Naturgeist. Mit einer unheimlichen Ruhe und Feingefühl. Deine spontane, behutsame Berührung auf meine Schultern, ging direkt ins Herz. Ich hätte Stunden mit euch klönen können. Die Zeit verging wie im Flug. Fast hatte ich vergessen das wir noch Bilder machen wollten. Ein Moment voller Freude und Glückseligkeit, euch bei mir zu haben. Auch Tränen vor Freude konnte ich mir nicht verkneifen. Ich glaube daran, dass jede Begegnung im Leben vorbestimmt ist und ich bin überglücklich diese Chance euch zu begegnen, wahrgenommen zu haben. Ich werde mich noch sehr sehr lange oft und gerne an diese erinnern. Schön das es EUCH gibt!!! Und danke für den wundervollen Moment den ich durch Euch erleben durfte.“


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Lisa, 22. Oktober 2015

Lisa über den Besuch bei Lisa:
Ingrid und ich cruisen an einem nieseligen grauen Morgen Richtung Norden. Ein Tag und eine Nacht in Bassum, in der Nähe von Bremen. Das wird unser erster Übernachtbesuch und wir freuen uns sehr. Eine stürmische Begrüßung gibt es an der Tür mit Bluna und Aico, den beiden großen Hunden, kurz dahinter dann Lisa und ihre Mama Edda. Es wird ein super aufregender Tag, aber das wissen wir natürlich noch nicht, als wir uns bei leckeren Brötchen und Kaffee stärken. Lisa ist unglaublich toll und bodenständig. Ich mag sie sofort. Wir quatschen eine Stunde, ich stelle meine Fragen, es entstehen erste Fotos, wir bekommen eine Hausführung und ganz viel Gastfreundschaft und Kaffee;). Wir werden umsorgt, umhegt und verwöhnt. Um halb 3 kommen dann die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bassum und drei Journalist*innen. Es wird eine kleine, 1,5h stündige Pressekonferenz, unfassbar spannend und einfach toll, wie uns alle vier mit absoluter Neugier und Interesse entgegen blicken. Lisas Antworten sind der Hammer und ich feiere innerlich ein bisschen, dass sie bei Schönlinge dabei und somit eine unentbehrliche Bereicherung ist. Nach dem Pressetermin fahren wir (noch weiter) auf’s Land zu Lisas Pferd, Silverado. Ich halte respektvollen Abstand und lasse Ingrid und Lisa alleine ;) Beim Abendessen lachen wir viel- im Lokal schauen viele Gäste auf das ungewöhnliche 4-rer Gespann: zwei Lisas mit kahlem Köpfchen. Ob sie wohl darauf warten, dass Edda und Ingrid sich auch noch „entblößen“ ;)? Nach einer kleinen Nachtwanderung lassen wir den Abend ausklingen bei einem Bierchen, schmusen noch mit den Hunden. Ich verliebte mich ein bisschen in Aico- ein alter „Herr“, ein bisschen blind und insgesamt langsamer als Bluna ;) Nach einer herrschaftlichen Nacht in unserem Schlafgemach, liegt morgens schon der erste Zeitungsartikel auf dem üppig gedeckten Frühstückstisch! Freude! Ein Tag bei den Schädlers- ich küre euch beide hiermit zur Gastgeberinnen des Monats ;))! Danke für den tollen Tag ;)!

Lisa über den Besuch von Ingrid und Lisa:
„Hallo ihr Lieben, ich habe lange überlegt, wie verpacke ich den Tag in eine schöne Geschichte. Aber dann dachte ich mir, dass das nicht zu mir passt. Zwar erzähle ich gerne und viel, jedoch bin ich eher der direkte Mensch. So habe ich mich nun entschieden den Tag aus meiner eigenen subjektiven Sichtweise ganz direkt zu erzählen. Meine Aufregung verflog sofort als ich Lisa und Ingrid an meiner Haustür begrüßte. Beide waren mir sofort sympathisch und in dem folgendem Kaffeetischgespräch sowie dem Interview verfestigte sich der erste positive Eindruck noch mehr. Auch wenn wir beiden Lisas uns in unserer Art doch sehr unterscheiden – Lisa besitzt die Fähigkeit sich in unglaublich schönen Bildern auszudrücken- haben wir doch ähnliche Sichtweisen, worüber ich sehr erleichtert bin. Ich habe mir vorab doch viele Gedanken gemacht, ob die beiden Personen, die hinter dem Projekt stehen am Ende wirklich eine ähnliche Sichtweise auf das Leben mit dem Haarverlust haben. Bei der Pressekonferenz mit den Zeitungen wurden dann alle letzten Bedenken weggewischt. Häufig war Lisas Antwort auf eine Frage inhaltlich so zutreffend für mich, dass ich nur noch sagen musste: „Genau so!“. Das Fotoshooting haben wir in zwei Teile aufgeteilt, worüber ich sehr froh war. Zwischendurch hatten wir noch Zeit uns näher kennenzulernen. Über das Fotoshooting an sich möchte ich nichts weiterschreiben, um den kommenden Schönlingen nichts wegzunehmen. Nur so viel: „Es ist schön“. Ingrid hat eine unglaubliche Ausstrahlung und Wirkung. Abends waren wir noch essen und es hat tatsächlich auch mal ganz gut getan nicht die einzige „Haarlose“ am Tisch zu sein. Es war ein sehr schöner Tag bei dem ich viele neue Eindrücke gewinnen konnte und zwei ganz tolle Menschen kennenlernen durfte. Ich bin wirklich sehr froh bei dem Projekt mitmachen zu können und freue mich riesig auf all die tollen Bilder in der Ausstellung!“

Schönlinge Auswahl 3


Franziska, 23. Oktober 2015

Lisa über den Besuch bei Franziska:
Nach einer spektakulären Überfahrt von Bassum nach Hannover bei wunderschönem Herbstwetter kommen wir bei Franziska an. Hier führen die bisher steilsten Stufen in den 3.Stock einer großen Familienwohnung. Das erste was mir auffällt ist nicht der lila Glitzerstern auf Franziskas grauer Mütze, sondern ihr unglaublich süßes Lächeln. . Die Etage hat fast Museumscharakter- überall stehen kleine Figürchen, hängen Bilder, Fotos, Pflanzen. Man sieht dass hier Mal viele Kinder gewohnt haben- Franziskas fünf Geschwister nämlich ;) Ich kann mich gar nicht satt sehen. In der Küche begrüßt uns die Mama von Franziska, im Wohnzimmer spielt das jüngste Familienmitglied mit seinem Handy, aus dem Badezimmer dringt Radiomusik. Ingrid und ich machen uns als erstes über die von Heidis Tageskindern selbst gebackenen Kekse und das Obst-Etagere her. Wir schnacken eine Runde, Ingrid checkt das Licht in der verschachtelten Wohnung und ich führe das „Schönlinge“-Interview durch. Franziska wird Metallbauerin und zeigt uns richtig coole Gegenstände, die sie selber gemacht hat. Während Ingrid und Franziska sich scheckig lachen im Wohnzimmer, verbringe ich einen kleinen Moment mit Mama Arend und darf sie ein wenig kennen lernen. Ich freue mich, dass Franziska sich so freut bei der Ausstellung mitzumachen:). Bis bald, liebe Franziska!

Franziska über den Besuch von Ingrid und Lisa:
„Liebe Lisa , liebe Ingrid, vor dem Treffen war ich richtig aufgeregt, aber als ihr dann da wart, ist die Aufregung ganz schnell verflogen. Es hat sich so angefühlt, als ob wir uns schon länger kennen. Das Fotoshooting war sehr lustig und wir haben sehr viel gelacht. Ich bin richtig gespannt auf das Ergebnis. Ich finde das Projekt sehr interessant und ich finde gut, was ihr macht. Dadurch sehen die Menschen, dass man auch ohne Haare schön sein kann. Vielen Dank für die tolle Zeit! Liebe Grüße, Franziska“

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Antonia, 23. Oktober 2015

Lisa über den Besuch bei Antonia:
Quer durch Hannover, mit dem winzigen, klapprigen Fahrstuhl in den 5.Stock in Antonias kleine Wohnung mit Balkon und wunderschönem Blick in die hügelige Herbstlandschaft. Ein schwarzer, grünäugiger Kater streift uns um die Beine, Antonia steht in der Tür, dahinter Sina, ihre beste Freundin und Karin, Mama Böhm. Nicht zu vergessen, sind die leckeren Käsekuchen-Kirschmuffins und Nusskekse und natürlich der Kaffee, die die gemütliche Willkommensrunde vollenden. Antonia ist unglaublich charmant und lustig und ich mag ihr niedliches, freundliches Gesicht. Am meisten mag ich die beiden besten Freundinnen zusammen auf der Couch und lachen sehen. Antonia, Ingrid und Hugo (der Kater) turnen auf dem Balkon rum, um noch das letzte Tageslicht einzufangen. Ich bekomme ganz viele, sehr ehrliche Antworten in meinem Interview. Es ist unvorstellbar, wie viele Parallelen es zwischen diesen Frauen gibt, die unterschiedlicher nicht sein können. Dieser 11. Besuch hinterlässt wieder eine Spur von Dankbarkeit und tiefer Zufriedenheit. Ich liebe Schönlinge…mit all seinen Gesichtern, Geschichten und (kilometerlangen) Gesprächen. Es ist wahnsinnig intensiv und viel größer als ich es mir je ausgemalt hab :D Eine mehrstündige Autofahrt nach Hause- Zeit für Lebensphilosophie und Projektplanung.

Antonia über den Besuch von Ingrid und Lisa:
„Liebe Lisa, liebe Ingrid, schon als ich von diesem tollen Projekt gehört habe, war ich sofort sehr interessiert und habe gehofft ein Teil davon werden zu können. Nun war es soweit und ich habe mich sehr darauf gefreut. Zugleich war ich aber auch sehr nervös, da ich bis jetzt nahezu keinen Kontakt zu weiterer Menschen mit Alopecia Areata hatte. Mir ist es wichtig, dass Alopecia Areata bekannter wird, damit ich mich als Frau, „oben ohne“ auf der Straße wohl fühlen kann und nicht ständig das Gefühl habe, angestarrt zu werden, nicht ständig mit Krebspatienten verglichen zu werden und zu hören „Das Schlimmste hast du ja schließlich schon hinter dir“. Anfangs war für mich der Umgang mit dieser Krankheit sehr schwierig, sich weiblich zu fühlen auch ohne Haare. Seit Längerem kann ich damit aber ganz gut umgehen, mich zu akzeptieren, so ich bin und wie ich aussehe. Durch das intensive Gespräch bei eurem Gespräch konnte ich (bzw. wir) eine weitere, tolle Erfahrung mit dem Umgang dieser Krankheit machen. Der Besuch hat mich weitergebracht und gestärkt, mich über Erfahrungen auszutauschen und ohne Scham zu mir zu stehen. Ich bin froh euch kennengelernt zu haben und hoffe, dass der Kontakt über das Projekt hinaus hält! Vielen Dank für diesen wertvollen Moment!“

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Meriam, 9. November 2015

Lisa über den Tag mit Meriam:
Dieser Tag ist sehr besonders- heute werden Ingrid und ich nämlich von einem dreiköpfigen Kamerateam vom WDR bei der Arbeit begleitet. Ich bin mega super aufgeregt,wobei meine Nervösität verfliegt als wir Sandra, Jan und Andreas kennen lernen. Es verspricht ein sehr spannender Tag zu werden. Zuerst drehen wir bei Inja, unserem ersten Schönling und treffen dann auf Meriam. Als Meriam die Treppe zu Ingrids Wohnung hochkommt, könnte man meinen Nofretete käme zu Tür herein. Sie hat eine unglaubliche Anmutigkeit und Grazie- unbeschreiblich. Vielleicht auch wie eine Waldelfe- besonders als sie uns ihre bunten Perücken zeigt. Meriam fällt Ingrid um den Hals wie einer alten Freundin- die beiden hatten sich in Vorbereitung auf den Dreh vorab schon einmal zum Plaudern verabredet. Es freut mich immer wieder aus ganzem Herzen, dass alle Ingrid immer so toll finden, weil das ist sie ja schließlich auch und die beste Fotografin für Schönlinge. Ingrid gibt dem Filmteam ganz viele tolle Gänsehautantworten und ich feiere innerlich ein bisschen. In der Tür sitzt derweil Meriams Freund Arne als stiller Beobachter und emotionaler Support. Die beiden sind ein unverschämt süßes Pärchen und ich finde es sehr herzig, wie er hinter ihr steht, bzw. sitzt ;).

Meriam über den Tag mit Ingrid und Lisa: 
Liebe Lisa und liebe Ingrid, die Zeit, die ich mit euch verbracht habe, hat mir wirklich sehr viel gegeben. Ich sitze nun hier und versuche meine Eindrücke niederzuschreiben. Ich fragte vorher wie viel Wörter ich verwenden darf, denn ich hab da so viel Schönes mit euch erlebt, dass ich glaube, dass die Wörter niemals ausreichen werden. Ich bin sehr froh darüber, dass Arne und ich euch kennenlernen durften. Hoffentlich sehen wir uns zeitnah wieder- der Tag ging einfach viel zu schnell um. An dem Projekt teilzunehmen war eines der besten Dinge, die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Ich danke euch von Herzen! Dank euch sehe ich mich nicht mehr als krank an. Es ist wohl wie Ingrid sagt “eine Laune der Natur“, über die ich heute aber lachen kann. Liebe Grüße Meriam.

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 Nina, 11. Januar 2016

Ingrid über den Besuch bei Nina:
Ein grauer Montagmorgen. Aber ich mag dieses Licht trotzdem, es macht alles ein wenig weicher. Und ich mag Zugfahren, aber heute bin ich aufgeregt. Ich fahre das erste Mal ohne Lieschen. Wie wird es sein? Ersetzen kann ich sie sowieso nicht. Es wird einfach anders werden. Die Zugfahrt gestaltet sich sehr entspannt und kurz vor Berlin sehe ich aus dem Fenster Schnee. Für eine Münsteranerin immer ein heiterer Anblick. Im Vorfeld gab es eine Diskussion: Wie viel Haar ist „zu viel“? Ab wann spricht man nicht mehr von der „Glatze“? Aus dem Grund weiß ich, wie Nina aussieht.  Sie hat mir ein paar Bilder vorab geschickt. Wir finden uns schnell und ich muss schon 100 m davor lächeln. Ich merke, wie ich mich riesig freue auf diese Begegnung. Zum 13. mal platzt mein Herz wieder vor Neugier und Aufregung. Die 15 Minuten im Auto reichen, um die ganze Wärme, die von ihr kommt wahrzunehmen. Trotz der Erkältung, die keine Rücksicht darauf nehmen wollte, dass es heute ein besondere Tag ist. Wir reden, trinken Tee, erkunden das Haus (eine mutige Lösung, die aus einem kleinen Grundstück ein Raumwunder macht), vergleichen unsere Lebensgeschichten, suchen nach gutem Licht und finden welches. Wir machen das Interview, mit den Fragen, die mir Lisa mit eingepackt hat. Und dann geht es los! Wir fotografieren, lachen, albern, philosophieren und  fotografieren wieder. Wir arbeiten uns durch das Haus nach oben, bis zu der Dachterasse. Hier hat man den endgültigen Beweis, dass wir in Berlin sind, denn der Alex liegt uns zu Füßen;-). Nina wollte alleine auf den Bilder sein; aber das ist sie nicht. Ihr noch nicht geborenes Baby ist dabei, die ganze Zeit. Es ist ein so schöner Anblick, ein ordentliches „Ja!“ zum Leben. Mein Gefühl; „das gesuchte Bild ist da“, ist angekommen. Wir sind fertig, es gibt leckere Butterbrote, herzliche Umarmungen und einen Abschied. Ich fahre sehr glücklich und erfüllt zurück nach Münster. Ich habe vier Stunden vor mir und ich schaue mir keinen einziges Bild in meiner Kamera an. Das Gefühl, welches ich in mir trage, reicht vollkommen aus….

Nina über den Besuch von Ingrid:
Ein grauer Tag in Berlin. Meine Nase ist dick verschnupft. Ich habe mich seit Monaten auf diesen Tag gefreut. Nun bin ich etwas zerknirscht, dass er so schlechte Bedingungen zu haben scheint. Ich warte am Ostbahnhof. Ob ich Ingrid wohl erkennen werde? Wie sah sie noch mal aus? Naja, ich bin ziemlich gut zu erkennen, ich trage eine dicke Babykugel vor mir her und habe eine Mütze auf. Von weitem erkenne ich Ingrid schon. Unglaublich, als würde ich eine langjährige Freundin abholen. Vertraut, schon auf 100 Meter Entfernung. Wir lächeln uns an, drücken uns, es ist als ob wir uns schon ewig kennen. Sofort stellt sich ein Gefühl ein, mit dieser Frau auf einer Wellenlänge zu sein. Kein unangenehmes Fremdsein oder gar Mitleid sondern absoluter Respekt und Freude daran den anderen kennen zu lernen. Ich würde ohne zögern, sofort mit Ingrid in Urlaub fahren. Über die Fotoposen hatte ich mir schon Gedanken gemacht, musste ich gar nicht. Alles läuft ganz organisch ab. Wir wandern vom Esstisch zum Schlafzimmer. Dort darf ich einfach sein wie ich bin. Ingrid gibt mir die ganze Zeit das Gefühl schön zu sein. Und so fühle ich mich dann auch. Schön, attraktiv, wohl. Auf der Treppe nach oben finden wir einen schönen Licht erfüllten Absatz. Hier setze ich mich noch mal hin und Ingrid hilft mir, mich im guten Licht zu zeigen. „Schau mich an, schau weg, oh wie schön.“ Ich höre echte Freude über das was da gerade zwischen uns passiert. Das ist besser als jede Wellnessmassage. Das ist Massage für die Seele. Oben auf der Dachterrasse haben wir richtig Spaß. Es ist fast so, als wären wir Teenager, die ein bisschen verrückt sind. Mädelspower. Es ist ganz leicht, ich muss mich gar nicht anstrengen. Ich bin einfach ich und Ingrid gefällt das. Sie spricht sogar von einem „großen Glück“ das sie erlebt, bei dieser außergewöhnlichen Fotoreise. Von einem Geschenk. Liebe Ingrid, ich danke dir für das Geschenk, das Du mir an diesem Tag gemacht hast. Ich brauche die Fotos gar nicht zu sehen. Ich weiß einfach, daß sie schön sind, weil ich mich so gefühlt habe.

 

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Manuela, 8. Februar 2016

Lisa über den Besuch bei Manuela:
Ingrid und ich stehen nicht auf Karneval und um den größtmöglichen geografischen Abstand zwischen die Karnevalhochburg NRW und uns zu bringen, begeben wir uns heute nach Kiel- in unseren nördlichsten Besuchspunkt. Die Zugfahrt mit Ingrid ist wie immer gemütlich- wie schnacken und schuckeln durch die graugraue Landschaft gen Norden. Sönke holt uns super pünktlich vom Bahnhof ab- mit seinem Schalk im Nacken werden wir noch den ganzen Nachmittag unglaublich viel Spaß haben. Derweil hat Manuela ein riiiesiges Büffet aufgebaut, das es mit dem stadtbesten Italiener aufnehmen kann. Die Wohnung so fotogen, dass sich jeder Redakteur von „Schöner Wohnen“ einen Ast freuen würde.Manuela ist herzallerliebst, zierlich und natürlich wunderschön ;). Kaum zu glauben, dass diese mädchenhafte Dame unsere älteste Teilnehmerin im Projekt ist. Wir essen und reden und lachen und lachen und essen. Der Kater Schröder mit den unterschiedlichen Augen miaut sich zwischendurch einen zusammen- er ist selber taub und alt und hat gar nichts mehr von seinem herrlichen Katzengejammer. Es regnet, stürmt, hagelt und glitzernde Regentropfen zieren Manuelas Kopf, während Ingrid auf der Terrasse Fotos von ihr macht. Später auch mit Sönke im Garten, während ein paar Sonnenstrahlen durch die dunkellila Wolkendecke blitzen. Vier Stunden Fahrt zurück nach Münster- bitte einmal 800km Zugfahrt. Die besoffenen Cowboys, Teletubbies und Superhelden, die trotz abgesagtem Karnevalsumzug aufgrund von Unwetterwarnungen, offensichtlich trotzdem eine Menge Spaß gehabt hatten,tun meiner Superlaune auf dem langen Nachhauseweg auch keinen Abbruch. Ein Tag im Norden- und auf dem Rückweg das Herz wieder voller Eindrücke und ein Schmunzeln im Gesicht. Danke für den schönen Tag, liebe Manuela und lieber Sönke. Und natürlich an Dich, Ingrid, meine herzallerliebste Lieblingsfotografin ;).

Manuela über den Besuch von Ingrid und Lisa:
Liebe Lisa, liebe Ingrid ,vielen Dank für den schönen Tag mit Euch in Kiel. Es war sehr interessant für mich mit Dir liebe Lisa, Erfahrungen und Wissen auszutauschen. Besonders toll war das Fotoshooting mit Ingrid, so locker und fröhlich lieben Dank nochmal :-)) Wir fanden den Tag spannend und aufregend, leider ging er viel zu schnell vorbei.Ich freue mich auf die Fotoausstellung in Münster, um vielleicht mal alle Schönlinge kennen zulernen. Drücken Euch ganz liebe Grüße, Manuela und Sönke Schultz.

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Juli, 12. Februar 2016

Lisa über den Besuch bei Juli:
Ich verpasse (Mal wieder) die Bahn- ich aus Köln kommend, Ingrid aus Münster, vereinen wir uns am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Heute sind wir auf dem Weg zu Juli, die eigentlich aus Weimar kommt, aber gerade ihre gute Freundin Maria in NRW besucht was uns logistisch natürlich sehr entgegen kommt. Es ist wundervolles Wetter und genauso wie die Sonne strahlt auch Juli als sie uns entgegenstapft. Coole Socke, denke ich und mein erster Eindruck bestätigt sich mit fortschreitendem Vormittag und ergänzt sich um „herzlich“ und „offen“. Maria macht die Tür auf- herzlich und laut lachend bugsiert sie uns an einem üppigst (!) gedeckten Frühstückstisch. Wir reden und lachen viel. Marias Lachen ist bestimmt bis nach Köln zu hören ;) Und Juli – die hat eine ganz entspannte Sicht auf die Dinge, das Leben generell, aber auch Haare oder keine Haare. Während Ingrid mit Juli im Wohnzimmer fotografiert, verbringe ich einen netten Plausch mit Maria in der Küche bis wir uns auf den Weg machen- Maria holt ihre Tochter Naomi ab und ich muss wegen einer universitäten Verpfllichtung leider auch los… ich vertraue Juli „meine“ Ingrid an und hoffe, die beiden verbringen noch einen schönen restlichen Tag zusammen, draußen in der Sonne…“und das tuen wir dann auch: witzig, tiefsinnig und ordentlich philosophisch sind wir draußen unterwegs. Eigentlich ein schöner fotografischer Spaziergang und kein Fototermin, inkl. Ausflug in die Kindheit. Lieben  Dank auch von Ingrid ;)“

Juli über den Besuch von Ingrid und Lisa:
Liebe Lisa, Liebe Ingrid, als ich an der S-Bahnhaltestelle auf euch zu lief, war mein erster Satz „Ich bin so aufgeregt. Das ist wie bei einem Blinddate.“ :-) Dabei hätte ich gar nicht so aufgeregt sein müssen. Das Treffen mit euch war so entspannt, dass sich ziemlich schnell eine gewisse Vertrautheit einstellte. Für mich war unsere Begegnung ja auch in der Hinsicht eine Premiere, da ich bisher noch niemanden getroffen hatte, der ebenfalls Haarausfall hat. Es war für mich total faszinieren jemanden mir gegenüber sitzen zu haben, der wie ich schon ewig ohne Haare durch die Welt schreitet. Eins meiner Highlights war definitiv auch, dass ich dir über den Kopf streicheln durfte. :-)Sehr lustig fand ich unseren Austausch über die skurrilen Momente, in denen uns Menschen auf unsere Krankheit angesprochen haben, da sie meinten wir hätten Krebs. Das Fotoshooting war ebenfalls wunderschön. Ich habe mit Ingrid so viel gelacht, dass ich gar nicht das Gefühl hatte fotografiert zu werden. Es war definitiv ein Erlebnis, welches ich nie wieder vergessen werde. Es war einfach einzigartig…Dank Ingrid weiß ich nun auch, dass mein Nachname so ähnlich wie das polnische Wort für Erdbeere klingt: truskawki. :-D. Ich danke euch von ganzem Herzen, dass ich bei diesem tollen Projekt dabei sein darf und freue mich schon auf die Ausstellungseröffnung. Und du, liebe Lisa, bist mit deiner offenen und liebenswerten Art genau die richtige Person, um dieses Thema in die Welt hinaus zu tragen. Ich habe euch jetzt schon in mein Herz geschlossen. Da der Tag viel zu schnell vorbei ging, bin ich daher für eine baldige Reunion. :-)
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Pia, 28. Februar 2016

Lisa über den Besuch bei Pia:
„Strahlender Sonnenschein, kaltes Winterwinter und extremer Gegenwind- Ingrid und ich aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen Münsters auf dem Weg zu Pia. Wir sind ausnahmsweise pünktlich wie die Feuerwehr- das ist sonst wirklich nicht unserer Art. Kaum die Räder abgestellt, begrüßt uns eine langhaarige blonde Frau an der Tür- Pia, unser 16.Schönling. Kurze Zaeit später stapfen Jan, Pias Mann mit dem verschnupften Jesper auf dem Arm, Mikkel und Flemming die Treppe vom Spielkeller hoch. Jesper mit roten Apfelbäckchen, schaut uns mit grimmigem Blick an, Flemming deckt den Tisch und Mikkel verteilt in einem Balanceakt über Trip-Traps-kletternd jeweils ein Stück Kuchen auf Ingrids und meinen Teller. Die Sonne flutet das große Wohnzimmer- hier gibt es ganz ganz viel Familie. Und das ist ganz ganz schön. Als Mikkel mit Pfeil und Bogen und Flemming an seiner Seite zum Spielen abdüst, mache ich mit Pia das Interview- ehrlich und klar auf den Punkt. Pia ist selber Hautärztin und kennt die Erkrankung seit 2004 nicht nur aus dem Lehrbuch. Und wieder haben wir einen Schönling, der gleich dreimal so schön ist, wenn Mütze oder Perücke wie in Pias Fall abgesetzt sind. Voll die tolle Supermama, denke ich. Jan spielt derweil mit Jesper auf dem Teppich, dessen Laune langsam steigt und uns ab und zu einen verstohlenen Blick zuwirft. Pia und Ingrid verbringen einen Augenblick alleine, ich vergnüge mich prächtig mit den vier Männern im Spielzeugkeller zwischen Cowboyhüten, Riesenkuschelelchen und einem Schlagzeug. Als dann alle fünf fotografiert werden, geht die Familienparty richtig los- Jesper hat plötzlich richtig gute Laune, Mikkel posiert auf dem Tisch und an der Wand wie ein kleiner Profi und Flemming hält fachmännisch die Stellung und bleibt cool. Wir lachen viel- sowieso ja immer, wenn Ingrid am Start ist. Ein richtiges Bad in der Menge war das und eine wunderschöner Familiensonntag. Danke ihr 5 :)

Pia über den Besuch von Ingrid und Lisa:
„Erst war ich ja schon etwas aufgeregt, was da wohl auf mich zukommt. Aber an dem Tag selber war zum einen vorher irgendwie keine Zeit, um sich Gedanken zu machen und zum anderen war es auch gar nicht nötig! Ich hatte gerade den Kaffee fertig (mag Lisa übrigens sehr gerne!;) vor allem in der Lernzeit!;)) und halbwegs klar Schiff gemacht, als die beiden schon vor dem Küchenfenster vorbei fuhren. Von Anfang an war es entspannt und nett, gar nicht so, als würde man jetzt mit Fremden über ein doch sehr persönliches Thema reden. Bei Lisas Interview kamen dann plötzlich wieder viele Erinnerungen hoch, die ich gar nicht mehr so präsent hatte. Ich glaube, ich hätte noch viel länger reden können. Auch eine schöne Erfahrung nach so langer Zeit sich wieder an die Anfänge der Erkrankung zu erinnern und sich aus einer ganz anderen Position heraus wieder damit zu befassen. Das „Shooting“ war erst etwas komisch, man steht ja tatsächlich dann plötzlich so im Mittelpunkt. Aber mit Ingrid dann sofort komisch im lustigen SInne. Und als dann die Jungs dazu kamen…Ich kann mich für den Tag nur bedanken! Es war wirklich schön und bewegend und die Fotos etwas ganz besonderes!“

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Monique, 13. März 2016

Lisa über den Besuch bei Monique:
Ein sonniger, herrlicher, aber kalter Frühlingstag ist dieser Sonntag im März als wir uns von Münster auf den Weg gen Südwesten nach Luxemburg machen. Die Regionalbahn schuckelt ein paar Stunden vorbei an verschlafenen Dörfchen und Weinbergen, bis wir plötzlich französische Sprachansagen im Zug haben. Vier Stunden Fahrtzeit, die wir nutzen zum Plaudern und Organisieren, zum Lesen, Schlafen und Lernen. Ich habe eine miese Erkältung im Gepäck, die sich stündlich mehr und mehr zu einem blöden fiebrigen Infekt entwickelt. In Luxemburg treffen wir Monique- eine große, wunderschöne Frau, die sich während einer 45minütigen Autofahrt durch’s Luxemburger Outback sofort wie eine Freundin „anfühlt“. Ihr schönes Häuschen steht inmitten von Feldern und Wäldern, es ist ruhig und sonnig. Es gibt Kaffee und Ananascreme und luxemburgischen Dialekt. Eine halbe Stunde später leistet uns Mike Gesellschaft, Moniques langjähriger Partner. Das Sonnenlicht ist ganz auf unserer Seite und das Highlight ist das Fotografieren auf einer wunderschönen Wiese mit einem uralten Apfelbaum. Luxemburg zeigt sich heute von seiner besten Seite und Monique trägt natürlich den wesentlichsten Beitrag dazu bei.

Monique über den Besuch Von Ingrid und Lisa:
Liebe Lisa, Liebe Ingrid, das Projekt „Schönlinge“ hat mich von Anfang meiner Haarlosigkeit an begleitet. Ich habe erst kurz bevor du den Aufruf gemacht hast meine Haare abrasiert gehabt und war noch voll in der Selbstfindungsphase. Die Vorstellung, dass ich gerade wegen der Alopezia an so einem Projekt teilnehmen kann, hat mir viel Kraft und Mut gegeben. Deshalb war die Freude darüber, dass Ihr mich in Luxembourg besuchen würdet auch riesen groß. Ich habe dem Treffen entgegen gefiebert und war sehr gespannt wie es ablaufen würde und was auf mich zukommen würde….Als ich euch am Bahnhof abgeholt habe und im ersten Moment nicht wusste wen zuerst umarmen, da wusste ich dass es eine tolle Begegnung mit tollen Menschen werden würde. Und so war es dann auch, eure lockere und unkomplizierte Art hat es mir leicht gemacht mich zu entspannen und für Fragen offen zu sein. Die Stunden sind verflogen, es hätte noch soviel mehr Zeit gebraucht sich auszuquatschen. Die Gesprächsthemen waren vielfältig, interessant und ehrlich von allen Seiten. Dass Ihr beide für das Projekt „brennt“ ist nicht zu übersehen. Das hat auch Mike gespürt und er hat, auch dank euch, seinen Platz in der Runde gefunden. Die Fotos zu machen hat riesig Spaß gemacht, hätte nicht gedacht dass man in so einem Moment so herzhaft lachen kann.Danke, dass ich Teil von „Schönlinge“ sein kann. Ich freue mich schon auf die Ausstellung und ein Wiedersehen mit euch.

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Gina und Verena, 28. März 2016

Ingrid über den Besuch bei Gina und Verena:
Als es hieß: Wien?- kam kurz der Gedanke auf: „Oh, irgendwie schon ein wenig verrückt, nicht wahr?“ Aber wie das oft so im Leben ist, lag die Lösung vor den Füßen: Wien ist mein Umsteigeflughafen in Richtung meiner Heimat. Und so war das dann auch; mit viel Freude, wieder ein wenig mehr von Wien mitzukriegen, als nur die Abfertigung des Flughafens, flog ich los. Der einzige Wermutstropfen; diesmal ohne Lieschen. Die Wiener Schönlinge Verena und Gina kennen sich nicht, aber das wird sich nach diesem Tag sicherlich ändern ;-) Trotzdem koordinieren sie sich perfekt untereinander, und mein Zeitplan steht bereits fest.

Ich treffe zuerst auf Verena in Ottakring. Es ist immer magisch, der erste Moment; man erkennt einander blitzschnell, und die Herzen gehen irgendwie immer sofort auf. Nach einem kurzem Fußweg durch die sonnigen Straßen, landen wir bei Verena in der Wohnung. Dort wartet Raphael auf uns, ihr Freund. Wir haben Luxusbedingungen,,, nicht eine sondern zwei Wohnungen zum Fotografieren ( und Licht; jede Menge Licht). Verenas Nachbarin hatte uns Ihre Wohnung zusätzlich auch noch zur Verfügung gestellt.Es gibt Kaffee, Osterkuchen, anregendes und aufregende Gespräche über Heimat, Wurzeln, Identität und Haare und natürlich keine Haare. Und irgendwann geht los mit dem Fotografieren. Wir gehen durch alle Räume und lassen uns einfach inspirieren. Die Zeit mit Verena ist im Nu verflogen und die zweite Begegnung steht bevor: Gina.

Eine neue Situation, da Gina, Verena zu ihrem „Termin“ mitnehmen möchte. Zwei Schönlinge zusammen.Wir werden von Gina und ihrem Freund Stefan mit Auto abgeholt, da diese Begegnung, eine Begegnung unter freiem Himmel wird, draußen auf den Wiesen vor Wien. Nach kurzem und herzlichen Willkommenshallo stellen wir fest, dass wir nicht komplett sind, den, zwei Lieblings-geschöpfe fehlen: Wayne und Nala. Also abholen und los! Es wird heiter, alles geht fließend ineinander über: Fotografieren, Reden, wieder Fotografieren, mit den Hunden spielen, die Hunde zum Fotografieren überreden, Lachen, ein Stückchen spazieren gehen und sogar ein slowakisches Kinderlied wird gesungen ;-) Wir sind fertig. Ein fantastisches Finale wartet auf uns: Ginas Mama hat einen Restaurant „ Gasthaus am Predigtstuhl“, und dort landen wir nach unseren Shootings. Ich sage nur: Inspirierend und unglaublich lecker! Danke noch mal dafür ;-)

Der Tag neigt sich zum Ende und ich sitze wieder im Nachtbus nach Bratislava, zum Bersten voll bin ich mit Eindrücken und staune und freue mich, über die Fähigkeit der Menschen, die Herzen für Fremde zu öffnen, ohne Wenn und Aber.

Gina über den Besuch von Ingrid:
Als um den Jahreswechsel meinen Termin für Ingrids Besuch kam, lief das Projekt schon mehrere Monate und einige Frauen wurden schon fotografiert. In mir stieg eine eigenartige Nervosität auf. Ich zeige mich immer „oben ohne“, jedoch sind mir im Sommer letzten Jahres die Wimpern ausgefallen und seitdem wollte ich mir irgendwie nicht mehr auf Fotos gefallen.

Verwirrt wie ich nun mal bin, kam der Termin, ich habe mir zwar mehrere Outfits überlegt, aber nichts davon gewaschen. So rückte Ingrids Ankunft, leider ohne Lisa, immer näher und meine Kleidung war noch nass. Gott sei Dank hielt mich Verena, die auch an dem Tag von Ingrid fotografiert wurde am Laufenden und verriet mir wie viel Zeit mir noch blieb.

Stefan, mein Freund, und ich holten Verena und Ingrid ab. Nach einem kurzen Abstecher zuhause um unsere Hunde zu holen ging es zu einer Wiese mit Blick über Wien. Ich hatte sofort das Gefühl Ingrid schon seit Jahren zu kennen. Wir scherzten alle von Anfang an und die Stimmung war sehr ausgelassen.  Ich fand die Fragen von Ingrid ganz toll und man merkte, dass die Fragen mit viel Gefühl und Erfahrung zusammengestellt wurden. Auf der Wiese war das Fotografieren etwas abenteuerlich. Es war noch nicht ganz warm, so huschten mein Freund und ich von der Linse immer zurück in unsere Jacken. Ingrid hat mich mit viel Feingefühl und Spaß fotografiert und obwohl ich mich noch nicht ganz wohlfühlte ohne Wimpern, machte es mir Spaß von ihr fotografiert zu werden.

Später waren wir bei meiner Mutter essen. Es fühlte es sich nicht an als ob wir uns erst an diesem Tag kennengelernt hätten. Viel eher fühlte es sich an wie ein Treffen von alten Bekannten, die sich schon zigmal gesehen hätten. Ich persönlich finde, dass Projekt toll um anderen Frauen und Mädchen zu zeigen, dass es viele Frauen da draußen ohne Haare gibt, die zu sich stehen und Freude am Leben haben. Nicht die Dinge die einem im Leben passieren beeinflussen es, sondern das Wissen, dass man selbst entscheidet wie man die Dinge sieht und die Begegnungen die sich von der ersten Sekunde gut anfühlen.

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Verena über den Besuch von Ingrid:
Sonne, Frühlingstemperaturen und das Treffen mit Ingrid – ein wunderbares Osterwochenende stand also an. Da ich die Blogeinträge verfolgt hatte, ging ich äußerst freudig in den Tag, da ich wusste, dass es nur gut werden kann. Ich holte also Ingrid von der U-Bahn ab, sie war genauso freundlich, lustig und interessiert, wie von vielen bereits beschrieben. Leider konnte Lisa nicht dabei sein, was ich sehr schade finde, denn ich hätte sie nur zu gern kennengelernt (und ihre Turban-Wickeltechnik hätte mich auch sehr interessiert). Am Abend vor dem Treffen hatte mich Gina angerufen und zu meiner Überraschung bot sie mir an, bei ihrem Shooting, das nach meinem stattfinden sollte, mitzukommen um nachher gemeinsam in das Restaurant ihrer Mutter essen zu gehen. Somit durfte ich Schönlinge gleich aus zwei Perspektiven erleben, vor und neben der Kamera. Das abschließende Abendessen (mit sehr zu empfehlendem veganem Nussbraten) wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, danke für diesen wunderbaren Tag.
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Miriam, 15. April 2016

Lisa über den Besuch bei Miriam:
Die große Bayerntour startet mit wechselhaftem Aprilwetter- Sonnenschein, dunkle graue Wolken, Platzregen, Hagel. Als wir in Fürth ankommen nieselt es nur ein bisschen. Da wissen wir noch nicht, dass die Sonne nachmittags großzügig durch die Wolkendecke blinzeln wird. Miriam erinnert an eine zarte Waldelfe und das Fotografieren zwischen Schilfgräsern und in Baumkronen ein paar Stunden später verstärkt den Eindruck natürlich. Aber zuerst machen wir halt im Fürthbesten Bistro- dem Stubenhocker. Über Ingwer-Honigsuppe und Falafelsalat geht es von Reiseberichten Miriams aus zahlreichen fernen Ländern über berufliche Verwirklichung als Yogalehrerin und Klangschalentherapeutin bis zur Zeit mit der Alopecia. Ich höre Miriam gerne zu- sie wirkt ruhig und ausgeglichen. Ich fühle mich sehr wohl. Miriam hat richtiges „Crowdfundingfieber“- mehrere Menschen auf der Unterstützerinneniste tragen ihren Nachnamen (Danke und Gruß an Friedolin und Hannelore). Und dann überreicht sie uns noch einen Umschlag mit großzügigen Spenden, die sie an einem Spendentag in ihrem Yogastudio zusammengetrommelt hat. Ein ganz großes Dank auch hier unbekannterweise an alle lieben Unterstützer*innen. (Anm.d.Red: Miriam, sagst Du bitte allen, sie sind herzlich zur Vernissage eingeladen und wir würden uns gerne mit einem Abzug eines Fotos erkenntlich zeigen ;)? Als wir uns auf den Weg nach Nürnberg machen, wo wir die Nacht bei einem guten Freund verbringen und den wundervollen Tag ausklingen lassen, sind wir einer Meinung: es hätte keinen besseren Einstieg in die Bayerntour geben können.

Miriam über den Beusch von Ingrid und Lisa:
Schon lange habe ich Eurem Besuch entgegengefiebert. Oft dachte ich mir wann es denn soweit sein wird. Dann genau zu der Zeit, in der sich bei mir wirklich alles im Umbruch befand, erhielt ich die Mail von dir Lisa, das eure Bayerntour nun bevorsteht. Ich war nervös, denn im ersten Augenblick wusste ich nicht recht wo ich Euch in meinem jetzigen Terminchaos noch unterbringen sollte. Doch es fügte sich und ich merkte bald, dass der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können. Ein Neuanfang auf allen Ebenen und Bereichen. Auch ein Beginn, um mit meiner Haarlosigkeit nochmal anders umgehen zu lernen. Als Euer Besuch näher rückte wurde ich immer nervöser. Die Aufregung verflog allerdings sehr schnell. Auf Anhieb wart ihr Beide mir sehr symphatisch als ich Euch vom Bahnhof abholte. Es kam mir vor als würden wir uns schon ewig kennen. Bevor es ans Eingemachte, das Fotoshooting. ging führt ich Lisa und Ingrid in meine Lieblingskneipe, den Stubenhocker. Es freute mich sehr, dass ihr Euch gleich super wohl gefühlt habt. Dort verbrachten wir einige Zeit beit gutem Essen und tollen Gesprächen über Gott und die Welt. Das Hauptthema: natürlich unsere Haarlosigkeit. Schön war es, mich mal mit jemandem austauschen zu können der morgens nicht vor dem Spiegel steht und sich Gedanken macht, welche Frisur wird es heute, sondern welches Tuch ich heute tragen werde. Was mir am Anfang des Tages Sorgen machte, war das Wetter. Für mich sah es so aus als wäre Dauerregen angesagt. Doch es war auf unserer Seite. Schon als Lisa und Ingrid am Bahnhof ankamen, hatte sich der Regen verabschiedet und die Sonne kämpfte sich mehr und mehr durch die Wolkendecke. Einfach herrlich! So konnte Ingrid super schöne Fotos von mir im Stadtpark von Fürth machen. Es hat richtig viel Spaß und Freude gemacht. Ich hatte von Anfang an keine Hemmungen mich Haarlos an der frischen Luft und vor der Kamera zu zeigen. Ganz im Gegenteil, es war eine sehr tolle Erfahrung. Ingrids Art Fotos zu machen ist einfach der Hammer!:-) Bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis. Vielen Dank Euch Beiden, das ihr dieses Großartige Projekt ins Leben gerufen habt und ich ein Teil davon sein darf!

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Mandy, 16. April 2016

Lisa über den Besuch bei Mandy:
Power unterm Frack hat sie, denke ich, aber ein bisschen nervös ist sie auch. Das denke ich, als Mandy uns am Erlanger Bahnhof in Empfang nimmt. Sofort quatschen wir was das Zeug hält und die Fahrt nach Herzogenaurach erscheint fast zu kurz. Dort angekommen treffen wir Celina und Melissa, die beiden super süßen Töchter von Mandy, die auch schon ganz aus dem Häuschen sind. Zwischen unseren Beinen streicht Sylvie, die bildhübsche Siamkatze. Ein Mädelsnachmittag bleibt es erstmal. Mandy gibt starke, authentische, sehr mutmachende Antworten auf meine Interviewfragen. Sie hat ganz viel Kraft. Das finde ich toll. „Smile now, cry later“ prankt auf ihrem Kopf und man merkt, dass es ihr Lebensmotto ist. Wir verbringen ein Stündchen mit Flair, einer alten, sehr geduldigen Pferdedame, die sich auf saftigen Wiesen und schönen Weihern ablichten lässt- mit Mandy allein und allen Mädels zusammen. Zurück zu Hause ist Nicky, Papa Petzold, am Start. Jetzt gibt es erstmal Kaffee und Mascarpone-Käsesahnetorte. Man gönnt sich ja sonst nichts ;) Es entstehen wunderschöne Bilder- da bin ich mir sicher, denn der Nachmittag war einfach toll. Da kann man gar nichts anderes erwarten und außerdem ist ja Ingrid mit dabei, meiner allerliebsten Wahnsinns-Fotos-Garantin.

Mandy über den Besuch von Ingrid und Lisa:
Heute war es endlich soweit, Lisa und Ingrid kommen! Ich wartete gespannt und nervös auf die beiden am Bahnhof und was soll ich sagen, es war als ob ich sie schon immer kennen würde. Keine Scheu, keine Fremde, sondern eine freudige Begrüßung und jede Menge Gesprächsstoff kamen auf mich zu. Wir hatten total Spaß und tolle interessante Gespräche. Es wurde viel gelacht und die beiden haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ingrid hat eine super tolle Art ungezwungene, natürliche Bilder zu machen und ich bin schon mega gespannt auf die ersten Bilder. Lisa, ja Lisa ist eine tolle, natürliche, selbstbewusste Frau die mich total umgehauen hat. Beide gestalten dieses Projekt mit einer wahnsinnigen Hingabe und ich bin stolz darauf ein Teil davon sein zu dürfen. Ich freue mich unglaublich auf ein Wiedersehen im November in Münster mit den Beiden und natürlich auf ein Kennenlernen von jeder Menge anderen Schönlingen! Vielen, vielen Dank für die schönen Momente die ich heute mit Euch erleben durfte!

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Katharina, 17. April

Lisa über den Besuch bei Katharina:
Ich mache meine erste richtige kulinarische Bayernerfahrung am Sonntagmorgen bei Katharina, Johannes und Theo. Der reich gedeckte Frühstückstisch biegt sich förmlich, insbesondere weil eine Schale dampfende Weißwürste vor uns steht. Es ist ganz unbeschreiblich heimelig und fühle mich sofort sehr willkommen. Katharina kenne ich vom Sehen von der Kunsthochschule, wo wir beide studiert haben. Wobei „kennen“ relativ ist- sie kennt mich nur mit meiner roten Perücke, ich sie nur mit blonden langen Haaren. Heute ist das bei uns beiden ein „bisschen“ anders. Bei Katharina ist alles noch ziemlich „neu“. Ich bewundere sie für ihren Mut nach so kurzer Zeit schon Teil von Schönlinge zu sein und wünsche mir, dass sie das auch so sieht. Katharina ist herzenswarm und bildhübsch, da stimme ich Johannes in allen Punkten zu. Der sagt sowieso lauter tolle, berührende Dinge, die mich ziemlich aus den Puschen hauen. Dieser Besuch ist für mich eine besonders intensive und schöne Begegnung und ich führe das bisher längste Schönlinge Interview, während Theo friedlich in der Hängeschaukel schlummert. Ich hoffe, die Fotos können ein Perspektivwechsel sein, Mut machen, Kraft spenden…Zauberschön war das, Katharina. Mehr bleibt mir nicht zu sagen :)

Katharina über den Besuch von Ingrid und Lisa:
Vom Fernseher in unsere Wohnung! So in etwa hat sich der Besuch von Lisa und Ingrid angefühlt. Schließlich kenne ich Lisa nur aus den „Medien“. Das heißt, ich kenne sie in erster Linie über Facebook. Aber auch über Fernsehauftritte, kurze Videos oder andere Medien, mit denen sie die Alopezie und ihr aktuelles Projekt „.Schönlinge“ bekannt macht. Das Projekt, von dem nun auch ich ein Teil bin. Wie das alles dazu kam? Um das zu verstehen, fange ich von vorne an.

Meine wunderschönen Haare. Niemals im Leben hätte ich gedacht, dass sie sich von mir verabschieden, sich von mir trennen, mich verlassen, mich im Stich lassen werden. Ich hätte nie geglaubt, dass sie mich durch ihre Abwesenheit entstellen, verzweifeln und mich schlecht fühlen lassen werden. Niemals.

Meinen ersten kreisrunden Haarausfall, diese kleine kahle Stelle, bemerkte ich in meiner Schwangerschaft. Ich war etwa im fünften Monat. An jenem Tag im Oktober 2014 war ich am Telefonieren und spielte dabei mit der anderen Hand an den Nackenhaaren. Plötzlich fühlte ich eine Stelle, die sich wie rasiert anfühlte. Schnell rannte ich ins Bad und schaute in den Spiegel. Leicht besorgt vernahm ich den „weißen Fleck“ im Nackenbereich. Ich erzählte meinem Freund davon und schob alles auf die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft. Doch es hörte nicht auf. Mein Haarausfall wurde ab dem Tag immer auffälliger, immer schlimmer und immer extremer. An Theos Geburt, am 21. Februar 2015, besaß ich nicht mehr viele Haare auf dem Kopf. Doch auch hier gab ich die Hoffnung noch nicht auf, dass nach der Entbindung diese „Störung“ nachlässt, mit der Zeit ganz aufhören wird und meine Haare wieder wachsen werden.

Die Alopezie warf einen ziemlich dunklen Schatten über meine Schwangerschaft. Ich drehte schier am Rad. Ständig machte ich mir Sorgen, was das mit meinen Haaren auf sich hat, ob und wann es aufhören wird. Ich hatte Angst und konnte nachts nicht schlafen; versuchte mich stundenlang im Netz schlau zu lesen. Zu dem Zeitpunkt herrschte nicht nur auf meinem Kopf, sondern auch in meinem Leben ein totales Chaos. Mein Freund lebte in München, ich studierte in Berlin, befand mich fast, aber eben nur fast, am Ende meines Masterstudiums und war dabei noch schwanger. Ich stand eine lange Ärzte-Odyssee durch, bis man mir schließlich an der Charité in Berlin die finale Diagnose gab, die ich längst schon wusste: Alopezia areata. Was ich viel lieber wissen wollte war, was, verdammt nochmal, dagegen hilft. Man riet mir meinem ungeborenen Kind zuliebe, entspannt zu bleiben, auch weil medikamentöse Behandlungen in Schwangerschaft und Stillzeit sowieso nicht zur Debatte standen. Ich entwickelte einen regelrechten Tick, zog und zupfte bei jeder Gelegenheiten an meinen Haaren, in der stillen Hoffnung, dass der Haarausfall einfach mal aufhören würde. Ständig und überall lagen in meiner Wohnung meine langen Haare, sie klebten an meinen Pullis, an meinen Jacken und Schals. Ich fand es selbst eklig und unausstehlich. Diese Zeit war einfach nur schrecklich, das Verlieren der eigenen Kopfbehaarung und besonders das Gefühl des „nicht aufhalten Könnens.“

Ende April 2015, Theo war bereits 6 Wochen alt, ging ich einen Tag vor meinem Um- und Auszug von Berlin nach München zum Friseur. Ich ging zu dem, zu dem ich immer schon ging seit ich in Berlin wohnte. Meine Friseurin kannte mein Problem bereits, aber sie war sich sicher, dass es hormonell bedingt war und meine Haare wieder kommen würden. Umso schockierter war sie, als sie sah, dass meine Haare immer mehr zum raren Gut verkümmerten. Mein letzter Tag in Berlin also war der, an dem ich mir eine Glatze habe rasieren lassen. Berlin und Ich. Irgendwie war das eine Hass-Liebe. Nach nur 1,5 Jahren verließ ich diese Stadt nun und meine Haare, sie verließen nach 28 Jahren mich. Sie sind in dieser großen, rauen und unzulänglichen, gleichzeitig kreativ-pulsierenden Stadt geblieben, verteilt auf den üblichen Strecken und Wegen, die ich dort zurücklegte. Mittlerweile sind sie wahrscheinlich in den tiefsten Gullis und den hintersten Ecken der Stadt verschwunden und verweht. Ich vermisse sie. Sehr.

Beim Friseur – den Termin hatte ich nach offizieller Schließzeit – bekam ich zur „Beruhigung“ einen Sekt und die Friseurin trank gleich einen mit. Selbst eine Friseurin schneidet in ihrer Berufslaufbahn einer Frau selten eine totale Glatze, sogar in Berlin kommt das nicht häufig vor. Und wenn nicht dort, wo dann? Sie stellte das Rasiergerät an und setzte an. Und irgendwie fühlte es sich befreiend an. Befreiend, weil ich diesen Haarausfall endlich hinter mir hatte. Vorbei das ewige Haaren, das Ziehen und Sammeln der Strähnen und vorerst das Ende des Verzweifelns. Schließlich waren dank Rasur – tatsächlich! – neue Härchen zu sehen.

So bin ich mit meiner neuen Drei-Millimeter-Frisur raus aus dem Laden, Freunde und Nachbarn verabschiedend, rein in meine leergeräumte Wohnung zu Freund und Kind und am nächsten Morgen nach München. In meine neue Stadt. Mein altes Leben, das einer frei-wilden Berliner Studentin, nicht genau wissend woher sie kommt und wohin sie geht, immer auf der Hut vor zu viel Eintönigkeit, vor zu viel Sicherheit, vor zu viel Langeweile, habe ich getauscht gegen das einer jungen Mama. Mein altes Leben, durcheinander, leicht verrückt und leichtsinnig, zu dem auch meine langen Haare gehörten, ließ ich quasi hinter mir. Im Umzugswagen gen Süden saß ich nun da, in meinem Arm mein kleines Baby und im Spiegel das Spiegelbild meines kahlen Kopfes. Heißt es nicht auch, dass Frauen, die einen neuen Lebensabschnitt vor sich haben, sich ihre Frisuren radikal ändern lassen? Neue Farbe, neuer Schnitt, neues Glück? So auch bei mir. Mit dem Unterschied, dass ich das weder gesteuert, noch gewollt habe. Ginge es nach mir, hätte ich meine Haare behalten. Genauso wie sie waren. An dieser Stelle: Einmal Haare zurück, bitte!

Ganze zweieinhalb Monate wuchsen meine Haare, von April bis Juli 2015. Dann fing der Alptraum von vorne an. Und hier kann ich meine Geschichte getrost verkürzen, denn zu diesem zweiten Schub bleibt nicht viel zu sagen, außer dass er stärker und heftiger war als der erste zuvor. In diesem heißen Münchner Sommer waren meine kurzen Haare schneller weg als man gucken kann. Kurze Zeit darauf merkte ich, wie die Härchen an meinen Unterarmen weniger wurden; am Rest meines Körpers musste ich den Rasierer auch nicht mehr anlegen. Und schließlich – das war der letzte Akt dieser Tragödie – fielen mir die Haare im Gesicht aus. Goodbye Wimpern, Goodbye Augenbrauen…

Mittlerweile besitze ich eine Perücke, aber leider trage ich sie sehr ungern. Ich fühle mich unwohl damit, so als würde ich eine Maske tragen, sie pickt und zwickt. Deswegen habe ich mir eine gute Auswahl an Tüchern und Schals zugelegt, die ich täglich zu Turbanen und anderen Schleifen binde. Manchmal macht es mir sogar Spaß und Komplimente dafür bekomme ich auch. Über manch nervige Blicke auf der Straße hingegen, versuche ich mich nicht mehr zu ärgern.

Zurück zu Lisas und Ingrids Besuch am 17. April 2016. Es war sehr schön, die beiden bei uns zu Hause zu empfangen. Ich habe mich sehr auf sie gefreut, nachdem ich sie nun schon so gut aus der virtuellen Welt kannte. Und außerdem fand ich es schön, einen Menschen wie Lisa zu treffen, der unter der gleichen, seltsamen Autoimmunerkrankung leidet wie ich. Jemanden zu sprechen, der durch die gleiche Hölle gegangen ist. Der sich immer und immer wieder dieselben Fragen stellt: „Bin ich überhaupt noch schön?“, „Sehe ich weiblich aus“? Ich habe mich auch auf Ingrids Kamera gefreut, darauf, dass sie mich so, wie ich jetzt aussehe, zusammen mit meinem Freund und unserem kleinen Sohn Theo ablichtet. Einfach so. Festhalten. So wie es ist. Lisa und Ingrids Besuch hat mich noch den restlichen Tag über beschäftigt. Denn es waren intime Momente dabei. Entweder beim Fotografieren, wo mir das ein oder andere Tränchen lief oder beim Interview zur Alopezie und der damit einher-gehenden neuen Lebenssituation, dass Lisa mit Johannes und mir geführt hat. Es war ein sehr persönliches, warmes und aufrichtiges Treffen und ich freue mich, Lisa und Ingrid bei der kommenden Ausstellungseröffnung von „.Schönlinge“ wiederzusehen. Denn das sind wir. Schönlinge, mit ohne Haare.

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Marina, 17.April 2016

Lisa über den Besuch bei Marina:
Unser letzter Stopp auf der Bayerntour ist nur 10 Minuten zu Fuß von Katharina entfernt. Unten an der Tür begrüßt uns Marina, eine wunderschöne, große, positive-Energiespenderin. In der tollen Altbauwohnung wohnt Steffi, ihre gute Freundin. Wir vier Frauen verbringen mit Gabriel, dem 12 Monate alten Hahn im Korb, einen richtig witzigen Nachmittag. Während Ingrid und Marina im Wohnzimmer Fotos machen, spiele ich mit Gabriel in einem selbstgebastelten bunten Pappkarton-Haus. Das Fotografieren scheint Ingrid ganz leicht von der Hand zu gehen- alle haben Spaß und wir lachen viel. Nach zwei Stündchen müssen wir leider „schon“ den Heimweg antreten. Mit der Sonne im Herzen und ein paar Regentropfen von oben, verlassen wir Bayern und lassen die Tage auf der sechsstündigen Fahrt Revue-passieren. Wir sind (Mal wieder) vier ganz wundervollen Frauen begegnet und es war jede Stunde Reisezeit wert. Ein ganz herzlicher Dank auch an Clemens, Thilo und Gerd, die mit offenen Herzen, super gemütlichen Schlafgemachen und tollen Gesprächen auch ein wesentlicher Teil der Reise waren. Ich fühle mich reich beschenkt und kann kaum glauben, dass der Besuch bei Schönling 20,21, 22 und 23 nun schon hinter uns liegt! Wo ist nur die Zeit geblieben? Was für ein wahnsinniges, wundervolles Abenteuer…

Marina über den Besuch von Ingrid und Lisa:
Schon seit dem Start des Projekts Schönlinge habe ich mir vorgestellt, wie das Treffen mit Lisa und Ingrid wohl sein wird. Monate vergingen und ich konnte immer nur die Texte und Bilder der anderen Frauen lesen und ansehen. Dann war es soweit und es stand der Termin bei mir fest. Es kam überhaupt kein Gefühl von Nervosität auf. Ich war völlig entspannt und freute mich als die beiden endlich vor der Tür standen. Die Begrüßung war sehr herzlich und ich konnte bei niemanden Anspannung oder Zurückhaltung bemerken. Viel mehr war es irgendwie schon eine Art von Vertrautheit. Auch meine beste Freundin Steffi und ihr kleiner Sohn Gabriel fühlten sich rundum wohl in dieser Runde. Nach einem kurzen Gespräch über die üblichen Alopecia Areata Themen starteten wir dem Foto Shooting. Ingrid und mir ging das alles recht locker von der Hand. Gemeinsam mit Lisa, Steffi und Gabriel hatten wir unglaublich viel Spaß. Es waren zwei tolle Stunden mit den beiden und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen.

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Alina, 7. Mai 2016

Ingrid über den Besuch bei Alina:
Nun, das 24. Treffen steht an. Diesmal geht die Reise nach Brandenburg, in die Nähe von Berlin. Das Wetter ist so postkartenschön, dass es fast zu viel ist ;-). Ich freue mich auf Alina. Mit jedem zunehmenden Besuch merke ich wie schön sich das anfühlt; unvorbereitet, „offen und frei“ und trotzdem voll mit Zuversicht, meinen, für mich komplett unbekannten „Schönlingen“, zu begegnen. So ist es auch diesmal: Alina wartet auf mich am Bahnhof: Freude und Aufregung im Gesicht zugleich ;-). Die Aufregung ist schnell weg. Wir fahren ein Stückchen und kommen an einem schönem Häuschen an, wo Alina eine sehr charmante Wohnung bewohnt. Dieses Treffen ist ein Treffen zur zweit: ruhig und doch sehr lebendig, mit leckeren Donauwelle, viel Lachen und Erzählen. Aber etwas ist diesmal besonders: Ich bin die erste „Fremde“, die Alina haarlose Pracht sehen wird. Und wenn ich Pracht sage, dann meine ich es auch so. Die Perücke ist irgendwann tatsächlich runter und ich werde zum Zeugen einer Verwandlung, die Gänsehaut erzeugt. Pure Anmut und Schönheit! Ich frage Sie, wie es dazu kam; auf einmal diesen Mut aufzubringen. Die Antwort: „Es war jetzt genaue die richtige Zeit, es zu tun!“ Das Treffen ist rasend schnell vorbei; ich fahre zurück. Und ich bin auch diesmal außer mir, und dankbar über das „Geschenk“, welches mir Alina mit Ihrem Mut gemacht hat.

Alina über den Besuch von Ingrid:
Nach einer gefühlten Ewigkeit war der lang ersehnte Fototermin nun endlich da. Ich war unglaublich nervös, gespannt und aufgeregt. Dann holte ich Ingrid vom Bahnhof ab. Trotzdem wir uns vorher noch nie gesehen hatten, erkannten wir uns schon auf 100 Meter Entfernung. Als wir bei mir zu Hause ankamen, haben wir ersteinmal viel gequatscht und Kuchen gegessen, ein Interview gemacht und Kuchen gegessen und noch mehr gequatscht und Kuchen gegessen. Irgendwann ging es dann los. Die Perücke musste runter. Es fiel mir erstaunlich leicht meine Haare das erste Mal vor einer bisher fremden Person abzulegen. Ingrid machte es mir durch ihre vollkommen akzeptierende Art leicht. Ich hatte das Gefühl so angenommen zu werden wie ich bin. Die Zeit verging unheimlich schnell und ich fand es, trotz anfänglicher Unsicherheit, schade als wir nach kurzer Zeit schon fertig waren, denn ich fühlte mich zum ersten Mal wirklich schön und wohl ohne Haare. Es hat Spaß gemacht! Vielen Dank für diese tolle Erfahrung an die ich mich noch lange und immer gern zurückerinnern werde.

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Nicole, 17. Juni 2016

Lisa über den Besuch bei Nicole:
Mein Tag beginnt um 7:45h mit Matthias- dem Filmemacher der Ausstellung Lieblingsräume im Universum Bremen. Er filmt mich – und für meinen Freund etwas überraschend, auch ihn- beim Frühstück, dann schließlich mich alleine beim Auswählen der Kopftücher, meiner Ohrringe, wie ich vorm Spiegel stehe. Wir quatschen, es gibt ein Interview, dann gehen wir zu Ingrid in die Wohnung und drehen noch ein paar Filmausschnitte mehr. Um 12:36h fährt der Zug mit uns dreien nach Aschaffenburg. Mit frischen Bagels und dampfendem Kaffee in der Hand bleibt viel Zeit zum Reden, Schlafen und Lernen. Nach 4,5h Stunden kommen wir an. Es begrüßt uns eine quietschvergnügte und super herzliche Frau mit braunem Pagenkopf am Gleis. Sie lacht über das ganze Gesicht und freut sich einen Ast, wenn ihr mich fragt. In einer Familienkutsche mit rasselndem Spielzeug an der Decke zwängen wir uns durch den Feierabendverkehr Richtung Großwallstadt. Wir plaudern und lachen, reden ernst und persönlich über alles Mögliche, „so wie mit einer alten Freundin eben“, denke ich. Matthias versucht „unauffällig“ ein paar Eindrücke für den Film zu erhaschen. Er ist ein ruhiger Vertreter und seine entspannte Art passt zu dieser Runde. Jens begrüßt uns fröhlich an der Tür mit der skeptisch schauenden und bildhübschen 4-Jährigen Marie an der Hand und dem neugierigen Linus auf dem Arm. Bei leckerem selbstgemachtem Fingerfood machen wir das Schönlinge Interview, lachen, reden über Menschen, die es unanständig finden, wenn Nicole mit Glatze im Garten rumläuft, besichtigen Haus und Garten, Matthias, filmt und quatscht mit Jens über Berufliches und ich versuche langsam Maries Herz zu erobern. Sie hat extra roten Nagellack aufgetragen- zur Feier des Tages. Als Ingrid mit Nicole alleine ist, treibe ich mit den restlichen 3 Trierweilern im Kinderzimmer ein bisschen Schabernack- Marie taut langsam auf und als ich ihr erlaube ihre Nagellackkünste an mir auszuprobieren sind wir beste Freundinnen. Ich fühle mich für einen Augenblick wie eine große Schwester. Das Fotografieren der ganzen Familie ist wunderschön und Nicoles offene, herzliche Art sind für den Film und für das Projekt ein echter Gewinn! Ich freue mich. Sehr. und fühle mich pudelwohl. Krönender Abschluss ist die Fahrt mit 2 Autos in die Weinberge. Die Kulisse ist einmalig, ich tanze mit Marie Flamingos und sämtliche andere Zootiere nach und würde am liebsten noch 2 Tage bleiben. Danke für diesen wunderschönen Tag, meine lieben Trierweilers!

Nicole über den Besuch von Ingrid und Lisa:
Liebe Lisa, liebe Ingrid, auch wenn ich mich wirklich sehr auf euren Besuch gefreut habe muss ich zugeben, dass ich außer bei meiner Hochzeit (glaube ich) noch nie so aufgeregt war. Obwohl ich die Alopecia sehr früh akzeptiert habe und wir erstaunlich gut miteinander auskommen, ist der nächste Schritt in Richtung waschechter „Schönling“ im Vorfeld für mich eine sehr adrenalinschwangere Sache gewesen. Und dann? Steigt ihr aus dem Zug und man ist sich nach zwei Sekunden sicher, gute alte Freunde zu begrüßen! Eure Herzlichkeit, eure sympathische und so angenehm „verrückte“ Art und eure Offenheit haben mich augenblicklich bestätigt, dass es die richtige Entscheidung war bei eurem tollen Projekt mitzumachen. Der lockere und entspannte Schnack bei uns daheim war der perfekte Einstieg in den spannenden Teil: Interview mit dir, Shooting mit Ingrid und die Aufnahmen mit dem lieben Matthias (der an dieser Stelle auch nochmals herzlichst gegrüßt sei!). Einen besonders schönen Aspekt fand ich die Tatsache, dass euer Besuch nicht nur für mich, sondern für meine ganze Familie ein bereicherndes Erlebnis war. Matthias und mein Mann waren ständig am Fachsimpeln, während du, Lisa, gezeigt hast, warum du als „Münsters Finest“ in der Babysitter-Szene giltst – dass unsere Marie an dir ihre Fähigkeiten im Nägel lackieren festigen durfte, war für die Kleine ein noch ausgiebig nachbesprochenes Highlight! Mit dem zweiten Shooting in den Weinbergen bog ein viel zu schnell verfliegender Nachmittag in die Zielgerade ein. Ein dickes, dickes DANKE für die wunderbaren Stunden mit euch Dreien! Wir sind alle ganz gespannt auf das Ergebnis und freuen uns schon jetzt auf ein nächstes Wiedersehen, was von Marie übrigens schon minutiös durchgeplant wird. Was bleibt von diesem Tag? Ein großes Paket voll wärmender Erinnerungen und die Gewissheit, drei neue Freunde gefunden zu haben. Danke!
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Babsi, 30.06.2016

Lisa über den Besuch bei Babsi:
Last but not least. Schönling Nummer 26. Wahnsinn! Wer hätte das gedacht vor 1,5 Jahren? Ich gratuliere uns zu unserem Durchhaltevermögen. 4,5h Stunden geht die Reise von Münster nach Brühl in Baden-Württemberg. Die Strecke ist landschaftlich ein absolutes Highlight und geht fast nur am Rhein entlang. Ich lasse die Gedanken schweifen; widme mich meinen Lernunterlagen, Ingrid liest und hört Swingmusik. In Mannheim sehe ich sie schon bei der Einfahrt in den Bahnhof. Sie ist die Erste, die uns am Bahnhof mit Glatze in Empfang nimmt. Natürlich bleibt auch die Schachtel Donuts in ihrer Hand nicht unbemerkt. Babsi ist nervös und freut sich sehr- lange musste sie auf uns warten. Wir gehen durch den Bahnhof und unterhalten uns über das Angeschaut werden- mit und ohne Kopfbedeckung. Zu Hause begrüßt uns gleich Herr Strauch von der Schwetzinger Zeitung und wir starten unseren Besuch, untypischerweise, nicht erst mit unserem Interview und der Frau alleine, sondern gleich mit einem Pressetermin. Samira, Babsis 14-Jährige unglaublich entspannte und coole Tochter leistet uns Gesellschaft. Das Interview geht nah. Auf einmal sind wir hier; es ist viel Zeit für Gedanken und Erinnerungen an die Zeit seit der kreisrunde Haarausfall das erste Mal aufgetreten ist. Ingrid, Samira und Babsi verschwinden auf dem Balkon und beginnen mit den Fotos. Ich verkrümel mich und verbringe ein bisschen Zeit mit dem riesigen „Zwergkaninchen“ Lenny in der Küche. Mit Pizzabrötchen in der Hand machen wir uns auf zum Acker. Zwischen wunderschönen Kornblumen lacht sich Babsi mit Ingrid kringelig. Um ein Haar verpassen wir den Zug zurück. Fünf Stunden in denen wir diesen Tag und die Reise Revue passieren lassen und uns auch ein bisschen feiern für den Abschluss diesen ersten und wichtigen Teils unseres Projekts. Danke, Babsi und Samira für den schönen Tag und Abschluss unserer langen Reise.

Babsi über den Besuch von Ingrid und Lisa:
Liebe Lisa, liebe Ingrid,gestern wart ihr jetzt bei meiner Tochter und mir. Irgendwie ist es wie mit einem Geburtstag. Man freut sich die ganze Zeit auf den Tag, ist aufgeregt und (vielleicht auch bedingt durch die Zeitung) total angespannt, und dann… viel zu schnell ist alles wieder vorbei… Die Zeit war eigentlich viel zu kurz, kaum wart ihr da, kam Herr Strauch von der Zeitung, dann ein bisschen reden, Fotos machen und wieder ab zum Bahnhof… Es war ein sehr schöner, spannender, emotionaler und gewinnbringender Tag. Wir haben viel gelacht und euch ins Herz geschlossen, haben einiges zu verarbeiten und ich freue mich, dass wir hier auch einen kleinen Abschluss gemacht haben. Lisa und Ingrid, ihr habt ein tolles Projekt mit sehr viel Herz ins Leben gerufen und ich bin froh und dankbar, ein Teil davon zu sein. Und an alle anderen Mädels, seid stolz auf euch, ihr seid toll genauso wie ihr seid.
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